Geld ist heute ein sachlich, zeitlich und sozial ubiquit�res Ph�nomen. Es f�llt schwer - trotz sich verstetigender Finanz- und Wirtschaftskrisen in der j�ngeren Vergangenheit - sich Geld wegzudenken oder sich auch nur ein anderes Geld zu denken. Dem kontrastiert eine eingeschr�nkte, hochgradig selektive wissenschaftliche Behandlung des Geldph�nomens. Im Mainstream der Volkswirtschaftslehre dominiert seit den Tagen von Adam Smith eine tauschtheoretische Auffassung von Geld, wo Geld sowohl strukturell als auch politisch weithin als neutral gilt. Geld wird dort gedacht als blo�es Anzeigeinstrument unterliegender Knappheitsrelationen, welches aber selbst keinen Einfluss auf den Verlauf wirtschaftlicher Dynamiken nehme.
Die Neue Wirtschaftssoziologie hat zwar in den letzten Jahrzehnten gegen�ber der abstrakten - an physikalistischen Theorieidealen des 19. Jahrhunderts orientierten - Modellarithmetik neoklassischer �konomik zurecht auf die soziale Einbettung von Wirtschaft und Geld hingewiesen. Sie hat es in diesem Zuge aber, von wenigen kulturalistischen Einsprengseln abgesehen, nicht zu einer eigenst�ndigen Geldtheorie gebracht. Was in anderen Forschungsbereichen l�ngst als ausgemacht gilt, etwa dass Schrift keine blo�e Verdopplung von Sprache darstellt, sondern ein eigenst�ndiges Medium ist, das eigene Formen auspr�gt, bleibt in Mainstream-�konomik und Neuer Wirtschaftssoziologie unbekannt. Dort wird weiter im Rahmen einer dichotomen Zwei-Welten-Theorie von sogenannter Real�konomie und Geldsph�re geforscht und argumentiert.
Format
Paperback
Publisher
Springer vs
Release
May 28, 2021
ISBN
3658326832
ISBN 13
9783658326838
Geld, Kognition, Vergesellschaftung. Soziologische Geldtheorie in Kultur-Evolution�rer Absicht
Geld ist heute ein sachlich, zeitlich und sozial ubiquit�res Ph�nomen. Es f�llt schwer - trotz sich verstetigender Finanz- und Wirtschaftskrisen in der j�ngeren Vergangenheit - sich Geld wegzudenken oder sich auch nur ein anderes Geld zu denken. Dem kontrastiert eine eingeschr�nkte, hochgradig selektive wissenschaftliche Behandlung des Geldph�nomens. Im Mainstream der Volkswirtschaftslehre dominiert seit den Tagen von Adam Smith eine tauschtheoretische Auffassung von Geld, wo Geld sowohl strukturell als auch politisch weithin als neutral gilt. Geld wird dort gedacht als blo�es Anzeigeinstrument unterliegender Knappheitsrelationen, welches aber selbst keinen Einfluss auf den Verlauf wirtschaftlicher Dynamiken nehme.
Die Neue Wirtschaftssoziologie hat zwar in den letzten Jahrzehnten gegen�ber der abstrakten - an physikalistischen Theorieidealen des 19. Jahrhunderts orientierten - Modellarithmetik neoklassischer �konomik zurecht auf die soziale Einbettung von Wirtschaft und Geld hingewiesen. Sie hat es in diesem Zuge aber, von wenigen kulturalistischen Einsprengseln abgesehen, nicht zu einer eigenst�ndigen Geldtheorie gebracht. Was in anderen Forschungsbereichen l�ngst als ausgemacht gilt, etwa dass Schrift keine blo�e Verdopplung von Sprache darstellt, sondern ein eigenst�ndiges Medium ist, das eigene Formen auspr�gt, bleibt in Mainstream-�konomik und Neuer Wirtschaftssoziologie unbekannt. Dort wird weiter im Rahmen einer dichotomen Zwei-Welten-Theorie von sogenannter Real�konomie und Geldsph�re geforscht und argumentiert.